
Forschung zum Fibromyalgie‑Syndrom
Das Fibromyalgie‑Syndrom (FMS) ist eine komplexe chronische Erkrankung, deren genaue Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Wissenschaftliche Studien untersuchen mögliche neurologische, hormonelle und stressbedingte Zusammenhänge. Die folgenden Forschungsergebnisse geben Einblicke in aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und helfen, das Krankheitsbild besser zu verstehen.
>> Zum PDF der Pressemitteilung der Studie auf den Titel oben klicken!
Eine Studie der Universität Würzburg beschäftigte sich mit neurologischen Besonderheiten bei Patientinnen mit Fibromyalgie. Die Untersuchung zeigte Hinweise darauf, dass Veränderungen in der Verarbeitung von Schmerzreizen im Nervensystem eine wichtige Rolle spielen können.
Diese Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass bei Fibromyalgie die Wahrnehmung und Verarbeitung von Schmerzsignalen im zentralen Nervensystem verändert sein kann.

Stressforschung der Universität Trier
Eine weitere wissenschaftliche Untersuchung der Universität Trier beschäftigt sich mit dem Einfluss von Stress (*) während der Schwangerschaft auf den Fötus und auf die spätere Fähigkeit zur Stress- und Schmerzverarbeitung des Kindes.
(*) z. B durch Verlust eines Partners, geringe Unterstützung und traumatische Belastung).
Die Studie zeigt, dass ein erhöhter Cortisolspiegel durch Stress einer Mutter während der Schwangerschaft nachteilige Auswirkungen auf den weiblichen Fötus haben kann. Der weibliche Fötus konnte das Cortisol der Mutter nicht so gut „abpuffern“! Der männliche Fötus war davon nicht betroffen. Cortisol ist ein Hormon, das eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Stressreaktionen im Körper spielt.
Wenn ein ungeborenes Kind über längere Zeit einem erhöhten Cortisolspiegel ausgesetzt ist, kann sich möglicherweise eine Störung der eigenen Kortisolproduktion entwickeln. Dieses Phänomen wird als Hypocortisolismus bezeichnet und kann zu einer dauerhaft erschwerten Stressverarbeitung führen.
Mögliche Erklärung für die höhere Betroffenheit von Frauen
Die Ergebnisse der Trierer Studie liefern eine mögliche Erklärung dafür, warum deutlich mehr Frauen als Männer vom Fibromyalgie‑Syndrom betroffen sind. Nach den Forschungsergebnissen reagieren weibliche Föten empfindlicher auf erhöhte Stresshormone während der Schwangerschaft.
Besonders bei Frühgeburten könnte dieser Effekt stärker ausgeprägt sein. Diese Erkenntnisse werden weiterhin wissenschaftlich untersucht und sind Teil der aktuellen Diskussion über mögliche Ursachen der Erkrankung.


Bedeutung der Forschung für Betroffene
Forschung ist wichtig, um klare Fakten über die Entstehung (Ätiologie) und den Krankheitsverlauf (Genese) beim Fibromyalgie-Syndrom herauszufinden. Leider werden durch dieses immer noch vorliegende wissenschaftliche Defizit noch an FMS erkrankte Menschen von einigen aus der Ärzteschaft als Simulanten hingestellt und nicht angemessen therapiert!
