
Infos zum Fibromyalgie-Syndrom und Therapie
Das Fibromyalgie-Syndrom (FMS) ist eine chronische Erkrankung, die mit weit verbreiteten Schmerzen (widespread pain) am ganzen Körper, Erschöpfung und zahlreichen weiteren Beschwerden verbunden sein kann. Viele Betroffene erleben eine lange Phase der Ungewissheit, bevor eine eindeutige Diagnose gestellt wird. Auf dieser Seite finden Sie grundlegende Informationen zu Symptomen, Diagnostik und möglichen Therapieansätzen.
Symptome des Fibromyalgie-Syndroms
Fibromyalgie kann sich durch verschiedene Beschwerden bemerkbar machen. Häufig treten dauerhafte Muskel- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrations- Gedächtnis- u. Wortfindungsprobleme auf. Auch eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit sowie Verspannungen in der Muskulatur sind typisch.
Viele Betroffene berichten zusätzlich über Stressunverträglichkeit, Erschöpfung und eine eingeschränkte Belastbarkeit (muskulär u. mental) im Alltag. Die Symptome können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und sich im Verlauf der Erkrankung verändern. Erhöhte Geräusch- u. Lichtempfindlichkeit sind ebenso vorhanden.

Diagnose und medizinische Einordnung
Fibromyalgie wird international als eigenständiges Krankheitsbild anerkannt. Der Krankheitsschlüssel für Fibromyalgie lautet M 79.7 nach der ICD-10-GM Codierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO).
Neue diagnostische Kriterien wurden zudem im Rahmen der internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11) weiterentwickelt. Die Diagnose erfolgt in der Regel anhand typischer Symptome sowie durch den Ausschluss anderer Erkrankungen.
Eine übersichtliche Darstellung der Symptome sowie weiterführende Informationen finden Betroffene in speziellen Fibromyalgie-Ratgeberbroschüren und medizinischen Leitlinien.
Bewegung und Funktionstraining
Bewegung spielt eine wichtige Rolle in der Behandlung der Fibromyalgie-Folgen. In vielen Fällen kann Funktionstraining oder REHA-Sport bis zu 24 Monaten ärztlich (Budget unabhängig!) verordnet werden. Eine zeitliche Verlängerung ist möglich!
Der behandelnde Arzt stellt dafür ein spezielles Formular aus. Nach einer Kostenübernahmebestätigung auf diesem Formular durch die Krankenkasse kann das Training bei qualifizierten Therapeuten, bzw. in einem Verein mit zertifizierten Übungsleitern, durchgeführt werden. Ziel ist es, die eigene Beweglichkeit zu erhalten bzw. zu verbessern. Wichtig ist dabei im Wohlfühlbereich zu trainieren und nicht zu übertreiben, da es sonst eine Schmerzverstärkung nach sich zieht!


Entspannung und Stressbewältigung
Viele Fibromyalgie-Betroffene zeigen eine erhöhte Aktivität des Stresssystems im Körper. Eine gestörte Stressregulation kann zu dauerhaften Muskelverspannungen und verstärkten Schmerzreaktionen führen.
Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Meditation oder Achtsamkeitstraining können helfen, das Stressniveau zu senken. Studien zeigen, dass solche Methoden sowohl die mentale Entspannung als auch die Muskelspannung positiv beeinflussen können.
Auch leichtes Ausdauertraining sowie bewusstes Stressmanagement können dazu beitragen, Beschwerden zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.
Ganzheitlicher Umgang mit der Erkrankung
Fibromyalgie entsteht häufig im Zusammenspiel verschiedener körperlicher und psychosozialer Faktoren. Dazu können langfristige Belastungen, Stress, traumatische Erfahrungen oder Überforderung im Alltag gehören.
Ein verständnisvoller und ganzheitlicher Umgang mit der Erkrankung ist daher besonders wichtig. Geduld, realistische Erwartungen sowie eine individuell angepasste Therapie können Betroffenen helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen.
Die Fibromyalgie-Selbsthilfe Rhein-Main-Kinzig informiert Betroffene über medizinische Hintergründe und unterstützt den Austausch von Erfahrungen.


