Funktionstraining kann beim Fibromyalgie - Syndrom für
24 Monate und länger (budgetunabhängig) verordnet werden!
Das spezielle DIN-A4 Antragsformular füllt der Arzt aus.
(Der Vordruck (Nr. 56) kann bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) angefordert werden. In Hessen: Tel.: (069) 79 502 - 247, Fax: - 638,
E-Mail: Service.frankfurt@kvhessen.de).
Die Krankenkasse bestätigt darauf die Kostenübernahme.
Die Verordnung wird dann dem Therapeuten ausgehändigt.
Dieser darf auch bei einer Langzeitverordnung innerhalb des Behandlungszeitraums mehrfach (z. B. quartalsweise) mit der Krankenkasse abrechnen.
Folgeverordnungen (gesondertes Formular) über diesen Zeitrahmen hinaus sind möglich, wenn die “Motivation zur langfristigen Durchführung des Übungs-programms in Eigenverantwortung langfristig krankheits- oder behinderungs-bedingt nicht gegeben ist.”
S. hierzu Bekanntmachung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, publiziert im Deutschen Ärzteblatt vom Mai 2004!
Hier zur Arbeitserleichterung nach Ablauf des REHA-Sports oder des Funktionstrainings hinterlegt für den Arzt:
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Wichtiger Hinweis: Der HRBS (wenn das Training bei Behindertenverbänden stattfindet) darf nur REHA-Sport abrechnen!
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Hinweise für den Behandler oder Therapeuten:
FM - Kranke fallen durch eine Überaktivität des Sympathikus und eine gestörte Stressachse (mangelnde Entspannungsfähigkeit) auf.
Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und Meditation zum Stressabbau, i.S. von Trainieren der Entspannungsfähigkeit, erweisen sich als sehr hilfreiche Möglichkeiten selbstständig auf dem mentalen Weg, auch eine muskuläre Tonus - Minderung (es existieren Muskelverhärtungen u. -verkürzungen pp. mit Trigger- u. Tenderpoints) herbeizuführen, in deren Folge Druck von schmerzsignalisierenden Nerven (Nozizeptoren) genommen wird, was automatisch eine Schmerzlinderung bringt.
Die hier hinterlegte Studie (Wirkung der Achtsamkeitsmeditation auf Fibromyalgiekranke in englischer Sprache, publiziert im
Journal “Psychosomatic Medicine 2002”, belegt diesen mental - mechanischen Wirkmechanismus.
Auf frühere und aktuelle psychosoziale Stressoren (z. B. traumatische Erlebnisse, auch sexueller Missbrauch, Operationserfahrungen, Mobbingsituationen, Über- u. Unterforderungen, Pflege Angehöriger pp.) sollte in der Ursachenfindung (Anamnese) geachtet werden, denn auch durch sie kann eine erhöhte Anspannung verursacht und konstant aufrecht erhalten werden, einhergehend mit konstanter Aktivierung des körpereigenen Stresssystems, verstärkten Ängsten u. Depressionen.
Die muskulären Reaktionen (anfänglich muskuläre Anspannungen (hoher Muskeltonus), aber nach längerer Krankheitsdauer auch Detonisationen der Muskulatur (niedrige Muskelspannung) !
(Beispiel: Tasse fällt plötzlich aus der Hand!)
Durch schmerzbedingte Schonung entstehen meistens Muskelverschmächtigungen und -verkürzungen, die zu einer verminderten muskulären Belastbarkeit führen!
Eine perfektionistische Einstellung verleitet beim Training den/ die FM-Kranke dazu alles genau nach Vorgabe ausführen zu wollen, obwohl oft dadurch eine Schmerzverstärkung provoziert wird. Hierauf ist vom Übungsleiter besonders zu achten, sonst schadet das Training mehr als es Nutzen bringt!
Stressauswirkungen (hormonelle Verstellungen der Sollwerte durch dauerhaft aktivierte Stesshormone) lassen sich durch geeignete Bewältigungsstrategien (Verminderung und Ausschalten von Stressoren, körperlicher Abbau von Stresshormonen durch leichtes Ausdauertraining, Entspannungs- u. Genusstraining) ebenfalls reduzieren!
Fibromyalgie haben die Betroffenen bekommen, weil sie sich bemüht haben in ihrem Leben alles gut und perfekt zu machen, was sie auf Dauer aber überfordert hat!
Verständnis, Geduld und sie und ihre Probleme ernst zu nehmen sind die richtigen und wirksamen therapeutischen Bausteine!